PIRATENSCHEIN – ALLE PRÜFUNGSFRAGEN ZUM ÜBEN

von neuemodelle

Nachfolgend finden Sie die Prüfungsfragen zum Piratenschein, direkt vom Server der Piratenpartei gehackt. Sie sollen der freien Wissensgesellschaft nicht länger vorenthalten werden. Das dient der Vorbereitung auf die äußerst verzwickte Unreifeprüfung. Aufgrund der sehr hohen Durchfallquote (auch inhaltlich) wird die Vorbereitung dringend empfohlen. Außerdem sollten Sie sich schnell zum Test anmelden, denn die Piratenpartei könnte bald komplett abschrammen. Holen Sie sich schnell den Schein – ein must-have! Er gibt das „Recht auf Privatkopie“ und ist daher wie eine ungedeckte, zeitlos gültige Kreditkarte im Netz. Man bekommt damit alles, und zwar umsonst!

DURCHFÜHRUNG

Zu den Fragen 1 bis 22 werden jeweils vier Antworten vorgeschlagen. Schreibe ein JA hinter jede zutreffende Antwort. Die Punktzahl für den Fall, dass du Recht hast, steht in Klammern. Einfache Bashups oft gedroschener Piraten-Phrasen werden mit 5 Punkten bewertet, visionäre Transferantworten mit 10 Punkten. Es können, logisch addiert, maximal 542,5 Punkte erreicht werden. Der Test wird auch nur bei Erreichen der vollen Punktzahl bestanden. Allerdings gibt es alternativ auch das Ponader-SMS-Spiel. Da kann man den Piratenschein durch nur eine Frage bekommen. Dazu später. Viel Erfolg beim Üben!

PRÜFUNGSFRAGEN

1)   Ausweichregeln: Wenn du mit Fakten gegen dein Wunschdenken belästigt wirst, kannst du

  1. auf ein populistischeres Thema ausweichen. (5)
  2. genervt anmerken, dass die Netzgemeinde so nicht denkt. (5)
  3. stöhnen: „Ey, Alte/r, du bist echt sowas von… moralisch, ey!“ (5)
  4. behaupten, dass empirische (von Empiraten durchgeführte) Studien das Gegenteil beweisen. (5)

2)   Wenn du bei einer unlogischen Argumentation ertappt wirst (der „Piraten-Klassiker“), solltest du

  1. deinen nächsten Satz beginnen mit „die Piratenpartei steht dafür, dass…“. (5)
  2. gelangweilt anmerken, dass der Widerspruch nur in der alten analogen Welt besteht. (5)
  3. auf dein Smart Phone schauen, weil ein wichtiger Tweet reinkam. (5)
  4. von Liquid Feedback faseln (aber nicht erwähnen, dass die Programmierer sich von der Piratenpartei distanziert haben). (5)

3)   Wer freiwillig für Kunst und Kultur im Netz bezahlt (also jeder Bürger),

  1. der fährt auch freiwillig Tempo 50 in Ortschaften (Verkehrsschilder können abgeschafft werden). (10)
  2. kann über Gesetzesänderungen aller Art abstimmen, sofern er zwei Stunden am Tag surft und daher kompetent ist. (10)
  3. zahlt auch freiwillig Steuern (Finanzämter müssen auf Mahnungen und Betriebsprüfungen verzichten). (10)
  4. zahlt nur seinen Piratenpartei-Beitrag nicht freiwillig, was aber auch die einzige Ausnahme vom Prinzip ist. (5)

4)   Filmwerke, die aus (Scheiß-)GEZ-Geldern bezahlt wurden, gehören der Öffentlichkeit. Drehbücher müssen ins Netz. Deshalb

  1. sollten auch steuerfinanzierte Atombomben-Baupläne ins Netz. Verantwortliche Weltbürger machen nichts Schlimmes. (10)
  2. gehört Johannes Ponader seinen Spendern. (5)
  3. kannst du die Drehbücher selbstverständlich non-kommerziell verkaufen (Privatverkauf der Privatkopie). (5)
  4. darfst du aus mindestens zwei Drehbüchern ein eigenes zusammenmashen (transformative Werknutzung) und dir einen Proscar (höchster Prosumentenpreis) saugen. (10)

5)   Raubkopie: Wer den Begriff ablehnt, darf auch

  1. den Begriff Rufmord ablehnen, da das damit verbundene Handeln ja eine Form der Fürsorge ist, niemandem etwas wegnimmt, den vermeintlichen Opfern Bekanntheit und neue Selbstartikulationschancen eröffnet. (10)
  2. Geldscheine kopieren, wenn er das Original niemandem geraubt hat und die Geldscheine nur non-kommerziell (Privatgebrauch) ausgibt. (10)
  3. endlich verstehen, dass es Urhebern nicht weh tut, wenn man ihre Werke nach Belieben kopiert und verbreitet. Sie sind sogar dankbar, denn Hunger macht kreativ. (5)
  4. nicht jammern, wenn er ungefragt non-kommerziell geclont wird (Privatkopie / freie Erbinformationsgesellschaft). (10)

6)   Geistiges Eigentum: Wer den Begriff ekelhaft findet und als Kampfbegriff anprangert, der

  1. findet den Begriff „PrivilegienmuXXXi“ [blocked due to disgust issue] zum Reinbeißen. (5)
  2. darf sich als Pirat dennoch an den Vorteilen des geistigen Eigentums bereichern, wenn er klarstellt, dass er damit keine Piraten-Ideale verletzen möchte und sein Eigentum ganz sicher später mal nach dem Omi-Räumt-Den-Speicher-Auf-Prinzip dem Volk übergeben wird. (5)
  3. findet, dass „Content Mafia“ ein Versöhnungsbegriff ist. (5)
  4. versteht, dass die Werke anderer Menschen grundsätzlich weniger Schutz brauchen als eigene, weil man’s ja auch schwer hat. (5)

7)   Nicht-kommerzielle Nutzung von Literatur, Film, Musik, …: Sie muss im Netz kostenfrei für den Privatgebrauch sein. Das bedeutet, dass

  1. man Werke anderer Menschen für seine Homepage, Social Networks oder privates Verteilen über Tauschbörsen benutzen darf, wenn man die Originaldatei nicht heimtückisch vernichtet. (5)
  2. man Werke anderer Menschen durch nichtgewerbliche Mashups und Remixes verändern darf, was die Werke verbessert. (5)
  3. man als Pirat dennoch bei Major-Verlagen veröffentlicht und die nicht-kommerzielle Verbreitung im Netz behindert (wer zum Wohle des Volkes Wasser predigt, darf zum Dank Wein trinken! Prost auf Erich!). (5)
  4. der private Verkauf dieser Werke jederzeit möglich sein muss (aber bitte: nur non-kommerzieller Verkauf). (5)

8)   Wer als Politiker von seiner Partei wegen geiziger Abgeordneter nicht bezahlt werden kann und nicht die (von Bernd Schlömer übrigens ungenutzte!) Möglichkeit hat, Parteiarbeit während eines Verwaltungsjobs zu machen, hat Anspruch auf

  1. Hartz IV (wenn er sich nicht völlig bescheuert anstellt und mit zehntausend Arbeitsstunden pro Woche herumprahlt). (5)
  2. Spendengelder (nie waren Politiker so unabhängig). (5)
  3. TV-Sendezeit (Twittern vor laufender Kamera befriedigt auch). (5)
  4. Burnout (bringt auch Schlagzeilen und ist noch einfacher als ein Buch über seine Netzjugend zu schreiben). (5)

9)   Gema: Die ist scheiße, wie jeder Idiot vor allem weiß. Deshalb

  1. sollte man gar nicht erst wissen, was da Sache ist. (5)
  2. ist Google / Youtube mild, barmherzig und wohltätig, so wie auch die Besitzer großer Szene-Clubs. (5)
  3. ist jedem angehenden Musikautor von einer Gema-Mitgliedschaft dringend abzuraten. (5)
  4. kann man als Pirat dennoch Gema-Mitglied sein und die Vorteile mitnehmen, sofern man wie Bruno Kramm öffentlich durch Besoffenen-Reime klar macht, dass die Gema scheiße ist. (5)

10)                Urheber sollen von der Piratenpartei selbstverständlich effektivst gestärkt werden. Das ist mit dem Gründungsmythos aufs Engste verbunden. Deshalb müssen

  1. ihre Rechteverwalter (Verlage und Verwertungsgesellschaften) geschwächt werden. (5)
  2. Schutzfristen für neu geschaffene Werke verkürzt werden (Schutzentzug macht stark!). (5)
  3. schutzfähige Werke über das Durchschnittsschaffen erhaben sein – die Einstufung erfolgt durch den Pi-Rat (Reichskulturrat 2.0). Messlatte: „Klick Mich“ von Prinzipienuschi [unblocked] Schramm. (5)
  4. Bildungseinrichtungen von Urheberrechtsabgaben befreit werden, damit Autoren mit Bildungsanspruch endlich vom Markt verschwinden und die Piratenpartei nicht länger durch lange recherchierte Scheiß-Fakten belästigen. (5)

11)                ÖPNV muss ohne Fahrschein nutzbar sein. Daher

  1. muss man zur Gegenfinanzierung auf die teure Verfolgung des Schwarzfahrens verzichten. Das haut schon hin. (5)
  2. braucht man offenes WLAN – moderne Menschen müssen dann weniger Bus und Bahn fahren. (10)
  3. muss mehr Service statt Kontrolle durchgesetzt werden. Das spart richtig Kohle. (5)
  4. kann man so auch die Verschuldung der Städte reduzieren. Logisch. (10)

12)                Als Politiker musst du dich zu vielen Themen überzeugend äußern können und solltest auch ein Spezialgebiet haben. Mit Piraten-Mandat

  1. wird das hinfällig – Labern reicht vollkommen. (5)
  2. darfst du zu neuen Themen keine mit der Führung unabgesprochene eigene Meinung haben. (5)
  3. musst du immer das sagen, was die Netzgemeinde (genau wie die Führung) diktiert. (5)
  4. kommt es viel cooler und selbstbewusster an, wenn du keine Ahnung hast und dazu stehst. (5)

13)                Bildung: Sie ist eines unser wichtigsten Güter. Daher sollte

  1. die Schulpflicht abgeschafft werden. (5)
  2. eine Bildungspflicht eingeführt werden. (5)
  3. jeder an jedem wissenschaftlichen Artikel im Netz mitschreiben können (stetige Verbesserung). (10)
  4. der Besitz von Kinderpornos legalisiert werden. (7,5)

14)                Transparenz ist für Piraten heilig. Das bedeutet, man darf

  1. Journalisten von Parteisitzungen ausschließen. (5)
  2. Kommentare auf seinem eigenen Blog zensieren. (5)
  3. Parteifunktionäre feuern, die öffentlich über Parteibeschlüsse reden. (5)
  4. per Liquid Feedback ermittelte Umfrageergebnisse dank anonymisierter Wahl nach Belieben manipulieren. (5)

15)                Hacker-Angriffe auf Websites von Unternehmen und Organisationen

  1. müssen erlaubt sein, weil sie berechtigten Protest äußern. (5)
  2. können jederzeit im Namen von Anonymous geschehen. (5)
  3. schaden den angegriffenen Unternehmen nicht, wenn sie nur deren Website unerreichbar machen (das Unternehmen besteht ja weiter). (5)
  4. sind eine heilsame Ersatzbeschäftigung für jugendliche Mitläufertypen. (10)

16)                US-Fernsehserien sofort nach Veröffentlichung ins Netz gestellt zu bekommen,

  1. ist ein Menschenrecht. (5)
  2. ist so wichtig, dass illegaler Download selbstverständlich ist, falls das legale Angebot später kommt. (Wer sich wehrt, wenn er überfallen wird, muss sich auch nicht über Gewalt wundern.) (5)
  3. ist Bedingung für Teilhabe an der Informationsgesellschaft. (5)
  4. hilft der TV-Branche, moderner und schneller zu werden. (5)

17)                Sharing (von digitalisierten Kulturgütern)

  1. nützt den Künstlern mehr als es ihnen schadet. Das belegen sämtliche von Google finanzierten empirischen Studien. Die Künstler merken es nur nicht, weil sie zu blöd sind. (5)
  2. is caring (kennt man schon aus der Grundschule, wenn einem das Poesiealbum weggerissen und überall herumgereicht wurde). (5)
  3. macht heute jeder und muss entkriminalisiert werden. (5)
  4. ist genau so anspruchsvoll wie das Schaffen von Kulturgütern, weil es durch die digitale Technik unfassbar einfach ist, Kulturgüter zu schaffen (Copy/Paste/Fertig). (5)

18)                Falls Filesharing wirklich entkriminalisiert werden muss, weil das sowieso jeder macht (s. Frage 15, noch mal genau nachdenken!), dann muss auch

  1. Taschendiebstahl in asozialen Stadtvierteln entkriminalisiert werden. (10)
  2. dichtes Auffahren auf der Autobahn vom Bußgeld befreit werden. (10)
  3. Steuerhinterziehung belohnt werden. (10)
  4. Fahrradfahren bei Nacht ohne Licht gefördert werden. (10)

19)                Wer es als Künstler nicht aushalten kann, dass jeder mit seinen Werken machen kann, was er will

  1. sperrt auch seine Kinder zu Hause ein, wenn sie erwachsen werden. (5)
  2. ist kein echter Künstler – die denken nicht an Geld. (5)
  3. ist ein Weichei und kein hartgesottener Hochseepirat. (5)
  4. trauert den Pferdekutschen hinterher. (5)

20)                Drogenkonsum und -besitz gehört entkriminalisiert, denn

  1. nicht Drogen sind schlimm, sondern die Sucht ist es (was können die Drogen dafür?). (5)
  2. die leichte Verfügbarkeit von harten Drogen führt zu einem verantwortungsvolleren non-kommerzliellen Umgang mit ihnen. Übung macht den Meister! (5)
  3. der Mensch hat ein Recht auf Rausch. Rauschunterdrückung muss aufhören. (5)
  4. auf Droge können politische Probleme sofort gelöst werden. (10)

21)                Software-Kopierschutz gehört verboten,

  1. weil Kopierschutz künstlichen (moralisch verwerflichen) Mangel schafft. Die Piratenpartei ist für das Schlaraffenland und versteht nicht, dass es Leute gibt, die das nicht wollen. (5)
  2. die Autonomie des Privatbürgers durch Lizenz-Registrierung aufs Schlimmste beschädigt wird. Mit jeder Registrierung muss schließlich der Name gespeichert werden. Geht gar nicht! (5)
  3. weil’s ohne billiger ist und Kosten für öffentliche Haushalte reduziert werden können. (5)
  4. weil die Softwarehersteller dann mehr Software produzieren und ihre Zeit nicht mehr mit Schutzverfahren verschwenden. (10)

22)                Urheber brauchen statt der Durchsetzung des Urheberrechts:

  1. neue Modelle. (5)
  2. neue Modelle. (5)
  3. neue Modelle. (5)
  4. neue Modelle. (5)

Eimal durchatmen. Bist du dir sicher? Ja? Bei allen Fragen? Sonst wähle lieber das Ponader-SMS-Spiel. Das geht so: Suche dir im Netz die Handynummer von Johannes Ponader. Dann schau dir diese Frage an:

Welche der beiden Absichtserklärungen stammt von der Piratenpartei:

  • a  Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen.
  • b  Niemand hat vor, das Urheberrecht abzuschaffen.

Schreibe den Buchstaben der richtigen Antwort (a oder b) per SMS an Johannes Ponader. Du kannst zur Sicherheit auch beide Antworten hintereinander schicken. Pro SMS zahlst du 500 Euro. Die gehen direkt an Johannes Ponader, aber sobald er satt ist, überweist er den Rest an die Piratenpartei. Garantiert!

AK