neuemodelle

weiter denken…

Monat: Oktober, 2012

WIR SIND DIE CROWD! WIR FUNDEN DICH! ERWARTE UNS!

Lieber Johannes Ponader, das ist echt nicht nett vom Bernd Schlömer, dass er dir erst einen medialen Maulkorb verpasst und jetzt kackendreist mit dem hinterfotzigen Ratschlag an dich, „mal zu arbeiten“ Schlagzeilen macht. Du hast so viel für ihn geschuftet, und jetzt dieser Undank. Nimm es dir einfach nicht zu Herzen. Schlunz Schlömi reicht nur weiter, was ihm sein Chef reinwürgt. Der sagt ihm nämlich mittlerweile täglich: „Arbeiten Sie eigentlich auch, Herr Schlömer, oder machen Sie nicht doch mehr Parteiarbeit auf unsere Kosten?“ Ja, so sieht’s aus, Johannes. Wie gut, dass du dich auch nicht weiter beeindrucken lässt und wieder durch die Talkshows tingelst, denn: wir brauchen dich! Du bist es, der den bedingungslosen Grundkurs der Piratenpartei (steil gen Abgrund) auch im Wahlkampf konsequent verfolgt. Du bist nicht dem Bundestags-Sessel verpflichtet oder von der winkenden Diät verführt, sondern ein unbestechlicher Befreier. Nicht du turnst die Wählerschaft ab, sondern die anderen in deiner Partei tun das mit ihrer Doppelmoral. Schau mal, während die Prinzipienuschi wider jedes Piratenideal gegen den Download ihres Buchs vorging (aus Dankbarkeit über die sechsstellige Bestechung der Content Mafia) und sich jetzt von eurer Bande strategisch den Mund verbieten lässt (und in vorauseilendem Gehorsam sogar ihr Facebook-Profil gelöscht hat – digitaler Selbstmord), bist du ehrliche Wege gegangen und hast mitten im Kampf gegen Abgeordneten-Bestechung eine korrekte Crowd Funding Aktion für dich selbst gestartet, als das mit dem Hartz IV wegen der entarteten Arbeitsämter bröckelte. Dass die Aktion wohl nicht so gut lief, ist nicht dein Fehler, Johannes. Denn die Piratenpartei sagt ja, dass Crowd Funding das Mittel der Wahl ist und Leute gern freiwillig zahlen. Da die Wahlen näher rücken und wir dich in Bestform brauchen, damit du deine Bande überführst und versenkst, möchten wir dir helfen durch einen edlen Aufruf:

Vernunftsbegabte Bürger des Landes, seid bitte so gut und schickt dem Johannes Ponader einen Hunni, damit er uns erhalten bleibt und tut, was ihm gute Mächte befahlen. Es darf auch ein kopierter Hunni sein, wenn’s keiner merkt und ihr nicht vergesst, den Modus „Privatkopie“ anzuknipsen. Aber schickt ihm was! Es geht um unser Land!

Ja, wir sind die Crowd! Wir funden dich! Erwarte uns!

AK

Nachtrag: Das ging schnell. Es kamen so viele kopierte Hunnis zusammen, dass Johannes Ponader keine 24 Stunden später seine eigene Spendenaktion beenden konnte. Da ist sie, die Welt des Überflusses.

VON PRIVATEN PIRATEN UND ÖFFENTLICHEN TOILETTEN

Liebe Piraten,

ich habe trotz gewissenhaften Trainings einen Knoten im Hirn. Ich kapiere das mit den „privaten Tauschbörsen“ nicht, die ihr legalisieren wollt. Mein Gehirn sagt, dass es nicht „privat“ ist, wenn ich eine Datei unbegrenzt vielen Menschen, die ich nicht kenne, zur Verfügung stelle. Ja, Scheiß-Gehirn, ich weiß. Ihr erklärt ja auch, dieses Anbieten von Dateien sei „nicht-gewerblich“. Aber schon wieder ein Knoten: Ist „privat“ wirklich das Gegenstück zu „gewerblich“? Wenn ich eine Datei im P2P-Netzwerk anbiete, mache ich sie doch öffentlich zugänglich. Und „öffentlich“ habe ich als passendes Gegenstück zu „privat“ gespeichert. Verdammt. Die Tauschbörse ist eigentlich ein öffentlicher Ort! Eine Toilette ist ja auch öffentlich, wenn sie von jedem Menschen (nicht unbedingt kostenlos – ein Wahlkampfthema für euch?) besucht werden darf.

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Und sie wird nicht zur „privaten Toilette“, wenn kein Geld fürs Pinkeln fließt oder sie regelmäßig nur von Nicht-Geschäftsleuten besucht wird. Allein der freie Zugang macht den virenbehafteten Zauber aus, der einer privaten Toilette abgeht. Wie kann dann eine Tauschbörse für tausende von Nutzern „privat“ sein? Liegt nicht auch da der (virenbehaftete) Zauber in der Unbegrenztheit und Vielfalt der Teilnehmer? Helft mir! Ich wäre doch so gern ein ganz normaler privater Pirat ohne Hirn und ohne Knoten, der im Netz kein Scheiß-Geld bezahlt und dem es scheißegal ist, ob irgendein Scheiß-Urheber um den Ertrag seiner Arbeit betrogen wird. Ich kann nicht unbeschwert privat saugen, solange ich annehmen muss, dass es das „nichtgewerbliche“ oder „nichtkommerzielle“ Filesharing, von dem ihr immer redet, gar nicht gibt. Ich biete Dateien urheberrechtlich geschützter Werke ja nicht aus Nächstenliebe an, sondern will im Gegenzug möglichst viele attraktive Dateien erhalten. Mein Hirn meldet: Handel! Tauschhandel! Gegenseitiger Vorteil! Ohne Geldfluss? Naja, zu mir fließt erstmal nichts, aber zu den Betreibern der Tauschbörsen oder Social Networks umso mehr. Die holen es sich über Werbung und Verwertung von Nutzerdaten, so wie es sich Raststätten mit kostenlosen (daher aber noch lange nicht „nicht-gewerblichen“) Toiletten über Snackverkäufe holen. Nur die Hersteller der Handelsware werden beim Filesharing übergangen. Total privat und schadet ja auch nicht? Nichtgewerbliches Filesharing? Private Tauschbörsen? Dann noch euer geheiligter Privatverkauf von Dateien, deren Ursprung bitteschön (ill)egal sein darf? Aua, mein Gehirn. Könnt ihr so wirklich die breite Palette gesellschaftlicher Probleme lösen, ohne dass das Land untergeht? Was habt ihr für mich? Wie habt ihr die Knoten gelöst? Oder macht euch das Verlangen nach „kostenlosem“ Privatkonsum auf Kosten der Konsumgüterhersteller einfach nur dumpf im Schädel?

AK

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