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weiter denken…

Kategorie: Verwertungsgesellschaft

FAIRE C3S-ALTERNATIVE GEFRAGT

Die Cultural Commons Collecting Society, kurz C3S, ist nun eine eingetragene Genossenschaft und kann den Betrieb aufnehmen. Ziel ist der Betrieb als Verwertungsgesellschaft für musikalische Urheber. Zwar fehlen für eine Zulassung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) noch 2.200 von 3.000 notwendigen Mitgliedern, aber die können ja noch kommen. Immerhin bezeichnet sich die C3S schon seit Jahren als „faire GEMA-Alternative„. Und was fair ist, müsste doch Musikurheber und Musiknutzer gleichermaßen überzeugen.

Es gibt da nur ein kleines Grundsatzproblem: Die vermeintliche Fairness der „Cultural Commons Collecting Society“ (C3S) wird – streng genommen – schon durch ihren Titel widerlegt. „Cultural Commons“ steht für kulturelles Gemeingut. „Collecting“ steht für das Schließen von Lizenzverträgen zum Abgabeneinzug mit Werknutzern. Und „Society“ deutet wohl auf das Ziel eines geschäftsmäßigen Auftretens hin. Wie geht das alles zusammen? Kulturelles Gemeingut wird gemeinhin als gemeinfrei verstanden. Wer außer einem gemeinen Abzocker käme auf die Idee, dafür plötzlich Lizenzabgaben einzuziehen? (Und wird die C3S etwa abmahnen, wenn ein Nutzer die Abgaben nicht zahlt?) Das Urheberrecht sieht solche Lizenzabgaben jedenfalls zum Wohle der Allgemeinheit nicht vor. Und die GEMA, im Umkreis der C3S nicht selten ohne nähere Kenntnis als Abzockerverein hingestellt, hat hier keinen geltenden Tarif. Sie zieht lediglich Lizenzabgaben für musikalisches Kulturgut ein, das geistiges Eigentum und eben nicht kulturelles Gemeingut ist. Das macht mehr Sinn und ist auch fairer.

Nur versteht es die GEMA nicht, sich mit rhetorischem Bluff als fair in die Köpfe der Menschen zu graben. Aber vielleicht wird sie ja als „faire Alternative“ gefragt sein, wenn die C3S erstmal mit der Wahrnehmung von Rechten begonnen und sich bei ersten zahlungspflichtigen Nutzern unbeliebt gemacht hat. Fair allein schon, weil sie ohne Etikettenschwindel im Titel auskommt und nicht durch „Gemeingut“ suggeriert, hier gäbe es frisches Kulturgut umsonst. Denn gäbe es das wirklich, bräuchte man keine Collecting Society. Oder es wäre verdammt unfair gegenüber den vertretenen Kulturschaffenden.

AK

Menschenrecht2k.to

Mit Movie2k ist letzte Woche eine der meistbesuchten illegalen Webseiten für den Gratiskonsum teurer und beliebter Filme vom Netz gegangen. Es wird spekuliert, ob die Seite im Zuge von Ermittlungen im Kino.to-Fall abgeschaltet wurde. Schließlich ermittelt die Dresdner Staatsanwaltschaft seit längerer Zeit. Allerdings ist die Seite wenige Tage später unter anderem Namen wieder aufgetaucht.

Auf der neuen Seite wird höhnend unter einem Stinkefinger verkündet: „Niemand sollte die Macht haben, jemanden wegen Geld zu richten! Das alles hier ist das Resultat eines kollektiven Bedürfnisses der Menschen nach kostenfreien Medien.“

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Man fühlt sich an die Parolen von Kim Dotcom und The Pirate Bay erinnert. Natürlich schreibt das Portal kein Wort darüber, dass es an den „kostenlos“ vertriebenen Inhalten durch Werbung reich wird, ohne auch nur einen Cent an die Erschaffer der teuer und durch intensiven persönlichen Einsatz hergestellten Werke abzugeben. Die heuchlerische Rechtfertigung dieses Schwindels mündet in dem PS: „Wählt die Piratenpartei“.

Die Piratenpartei dürfte sich aber eigentlich gar nicht zuständig fühlen, die Plattform zu verteidigen. Die Partei hatte sich schließlich im vergangenen Jahr – wohl vordergründig – mehr und mehr von den Machenschaften solcher illegalen Angebote im Netz distanziert. Ihr Ziel war es, ein Image aufzubauen, dass sie keineswegs die Existenzgrundlagen der Urheber als wichtiger Wirtschaftskraft unseres Landes bekämpfe. Floskeln wie „wir wollen die Urheber befreien und stärken“ sind in nahezu allen Urheberrechts-Statements vorhanden. Die Piraten hatten es als schädlich erkannt, wenn der Eindruck entsteht, dass sie stets die Interessen der Infrastruktur-Industrie über die von Kreativen stellen und Kreative zu Kostenloslieferanten ausbeuterischer Portale machen wollen. Pirat Christopher Lauer hatte im Mai 2012 eine sehr eindeutige Ansage gemacht: „Wie mit Internetangeboten wie Megaupload und kino.to umgegangen werden soll, ist auch bei Piraten klar: abschalten!

…abschalten?

Was von dieser Ansage nunmehr – mitten im Bundestagswahlkampf – zu halten ist, führt die Piratenpartei am Beispiel des Kino.to-Nachfolgers Movie2k.to vor. Wer nämlich inzwischen auf die URL der Seite geht, wird von den angeblich der Piratenpartei nicht bekannten Betreibern direkt zur Piratenpartei umgeleitet. Und die zeigt sich, anstatt sich in Erinnerung an die Worte Christopher Lauers entschieden zu distanzieren, hoch erfreut über diesen Aufmerksamkeitsschub und baut inhaltlich voll auf die Geschäftstaktik des Portals auf. Von Distanz oder Abschalten-Wollen ist keine Spur mehr.

Alle, die mal wieder einen teuren Film kostenlos saugen wollen, stoßen nun auf eine demagogische Rede des Piraten Bruno Kramm. Er versucht in einem aufgesetzten Wort-Zum-Sonntag-Stil zu vermitteln, dass das etablierte Urheberrecht nur den großen „Verwertern“ nützt, während es die Interessen der Urheber und Künstler negiert. Auch er sagt kein Wort dazu, dass das illegale Filmportal eine Menge Geld mit den Werken von Urhebern und Künstlern verdient, ohne sie dafür zu entschädigen. Er erklärt natürlich mal wieder nicht, dass es das etablierte Urheberrecht ist, das genau dies nicht zulässt und jedem einzelnen Urheber – nicht per se dem „Verwerter“ – eine Beteiligung am wirtschaftlichen Vorteil seines Werks zugesteht. Was er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln vertuscht: Das Urheberrecht steht dem Geschäftsmodell von Movie2k und anderen anonymen Selbstbedienungsportalen im Wege. Der Kern des Modells ist kostenlose Konsumgüterbeschaffung, also Gewinnmaximierung durch Nichtbezahlung.

Bruno Kramm unterstützt das offenbar und bläst den dabei zwangsläufig aufsteigenden Geruch von Kreativen-Ausbeutung süffisant gegen genau die Geschäftspartner von Urhebern, die sich um die Eintreibung der ihnen zustehenden Anteile am wirtschaftlichen Vorteil ihrer Werke kümmern. Bevorzugt wettert er gegen die GEMA. Er versucht, Ahnungslosen den Eindruck zu vermitteln, er wolle die Stellung von Komponisten und Textdichtern stärken, indem er für mehr Rechte gegenüber der GEMA kämpft. Diese Rechte sollen dann die Verluste kompensieren, die Musikurheber durch das parasitäre Netz-Geschäft erleiden. Tatsächlich will er beispielsweise bewirken, dass GEMA-Mitglieder das Recht bekommen, einzelne Werke kostenlos zu veröffentlichen. Dabei hat die GEMA gar keinen Einfluss auf den Abgabepreis eines Tonträgers. Es geht Kramm also darum, Werke kostenlos medial nutzen zu lassen. Der Allgemeinheit verkauft er es als „Stärkung der Urheber“. Aber es ist nichts anderes, als wenn man gewerkschaftlichen Tarifvertragspartnern das Recht zugestehen würde, einzelne Jobs auch untertariflich zu bezahlen. Es ist eine zynische Form der „Stärkung“.

Bleibt also festzustellen, dass die Piratenpartei trotz aller Bemühungen, Urheber ins Boot zu holen, offenbar nichts dazu gelernt hat und heute schärfer denn je Gratiskultur für Konsumenten nebst Gewinnmaximierung für illegale Portale voran treibt. Schließlich sei es, wie Bruno Kramm mal gesagt hat, ein Menschenrecht, amerikanische TV-Serien (sofort und kostenlos) konsumieren zu dürfen. Wirtschaftliche Fairness und Balance im Netz zu etablieren setzt er mit Ausschluss Einzelner gleich, als diene die Kasse im Supermarkt dem Ausschluss von Kunden. Dass man TV-Serien und Filme auch auf legalem Weg im Netz konsumieren und stöbernd entdecken kann – etwa durch Filmportale wie Lovefilm.de oder Watchever.de – interessiert ihn im Zuge seiner Ansprache nicht. Lieber fischt er in trüben Gewässern nach Wählern.

Da fragt man sich bei all der offenkundigen Interessengleichheit zwischen Portal und Partei, weshalb sich Movie2k.to nicht gleich in Menschenrecht2k.to umbenannt hat. Denn das Tauschen von Filmen ist auf solchen illegalen Portalen, so die höhere Schule des Piratengeschwurbels, nur Nebensache. In Wahrheit geht es da um freie Meinungsäußerung, Demokratie, Teilhabe am kulturellen Leben und Informationsfreiheit. Der kürzlich von Ermittlern aufgesuchte private Uploader, der wohl 120.000 Filme auf das damalige Kino.to hochgeladen hat, verdient eigentlich den Friedensnobelpreis. Und dass etwa 10.000 Besucher minütlich von Movie2k.to zur Piratenpartei umgeleitet werden, zeigt, wie viele Menschen trotz alltäglicher Belastungen aktiv für Demokratie und Menschenrechte kämpfen. Es ist rührend – und für das Portal eigentlich ein guter Grund, den Stinkefinger umzugestalten:

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AK

McDONALD’s EROBERT SCHULEN, GOOGLE EROBERT UNIVERSITÄTEN

McDonald’s & Co. raus aus den Schulen!“ ruft „foodwatch“ aktuell. Stein des Anstoßes: Am Bündnis für Verbraucherbildung, das Grundschulkinder in Ernährungsfragen bilden soll, sind ausgerechnet McDonald’s, Rewe und Metro beteiligt. Die Unternehmen könnten ihre erkaufte Position nach US-Vorbild ausnutzen und den Kindern unter dem Deckmantel der Aufklärung noch mehr Appetit auf Fast Food und Pferdelasagne machen.

Was aber ist, wenn ein Milliardenkonzern ein ganzes Universitäts-Institut finanziert? Und wenn umstrittene Gesetzesänderungen im Interesse des Konzerns durch das Institut voran gebracht werden könnten?

Die Rede ist vom Institut für Internet und Gesellschaft. Es befindet sich in der juristischen Fakultät der Alexander-Von-Humboldt-Universität in Berlin und soll die durch das Internet ausgelösten Veränderungen in der Gesellschaft untersuchen. Initiator und bislang einziger Geldgeber ist der Konzern Google, der zunächst 4,5 Millionen Euro für die ersten drei Jahre zahlt.

Nun muss man nicht gleich annehmen, dass so etwas wie Geld jeden Berufsethos von Wissenschaftlern unmittelbar vernichtet. Gedanken an einen von Google erhofften Kunstrasen für eine googlegünstige Politik drängen sich jedoch auf. Es ist ja bekannt, dass Google datenschutzrechtliche Hürden ebenso zu durchbrechen versucht wie geltendes Urheberrecht, um sich alles Digitalisierbare zu Nutze machen zu können. Dass es Menschen gibt, die ihre Häuser nicht auf Google Street View zeigen möchten, stört Google ebenso wie die Tatsache, dass Buchautoren sich von Google Books übervorteilt sehen, Fotografen die neue Google-Bildersuche als Raubzug empfinden und Komponisten Googles Videoplattform Youtube über ihre Verwertungsgesellschaften zu fairen Vergütungen bewegen wollen. Weniger hingegen stört sich Google anscheinend daran, illegale Plattformen durch Werbemaßnahmen zu unterstützen, um an den rund um die unregulierte Distribution von Musik, Filmen und Büchern generierten Werbeeinnahmen zu partizipieren und digitale Geschäftsmodelle der Kreativen zu torpedieren. Um seine Pfründe mehren zu können, investiert Google Kritikern zufolge jährlich Millionen gegen Urheberrechte.

Im Grunde ist die Frage müßig, ob das Berliner Institut von Google ideologisch gelenkt wird. Google kann den Dingen freien Lauf lassen, denn die Beschäftigten werden sich ihre eigenen stillen Gedanken machen, ob sie Google in den Rücken fallen oder stützen. Bislang hat sich nämlich kein vergleichbar potenter Geldgeber für eine Anschlussfinanzierung gefunden. Und schon die bloße Möglichkeit einer Beeinflussung von universitärer Forschung durch mächtige Geldgeber schadet nicht nur dem Ansehen der Humboldt-Universität, sondern darüber hinaus dem Vertrauen der Bürger in die Wissenschaft als objektivierende und von Konzerninteressen unabhängige Kraft in der Gesellschaft.

Auf das Thema Urheberrecht ist die Instituts-Mitdirektorin Jeanette Hofmann spezialisiert. Sie sieht dessen Relevanz für die Regulierung des Austausches von Kulturgütern als überbewertet an, etwa hier ab 1.11.34:

My idea is that the discussion we have on copyright sort of overemphasizes the importance, the relevance of copyright in regulating our exchange of cultural goods.

Oft verwendet sie in öffentlichen Statements offene Formulierungen, etwa hier:

Es ist gar nicht ganz klar, ob es das Urheberrecht tatsächlich braucht. Wenn ich keine Rechte an meinem Werk hätte und ich würde jetzt zu einem Verleger gehen und sagen: hier ist mein schönes Manuskript, willst du es drucken, dafür möchte ich aber dann gerne etwas Geld sehen? Dann würde ein einfacher Vertrag vermutlich genau das erreichen, was das Urheberrecht auch intendiert.

Einem von seinen Lizenzrechten lebenden Urheber gehen unmittelbar die Alarmglocken an: Der Verleger (oder wer auch immer) könnte mein Werk auch einfach so nutzen, wenn „ich keine Rechte an meinem Werk hätte“. Ich muss es ihm zur Begutachtung ja erstmal überlassen. Ein Urheber würde in diesem Konstrukt zu dem leicht auszubeutenden Abfindungs-Bettler, der er in der Geschichte einst war. Solch ein Eindruck darf aber nicht zu der Behauptung verleiten, Frau Hofmann halte das Urheberrecht für überflüssig oder stelle sich gar auf die Seite derer, die mit illegalen Filmkopien Geld verdienen. Einen ZEIT-Artikel, in dem genau das stand, ließ sie über eine einstweilige Verfügung aus dem Netz nehmen. Sie sieht nämlich die Unabhängigkeit ihrer Forschung als gesichert an, ist mitunter als Kritikerin von Google vor der Zeit am Institut hervor getreten und merkt auch aktuell an, das Urheberrecht nicht in Gänze abzulehnen.

In einem Vortrag bei Bündnis 90 / Die Grünen thematisiert Frau Hofmann die Frage, ob das Urheberrecht wichtig ist, um Marktversagen zu verhindern. Ihre Beispiele sind bemerkenswert: Standup-Comedians genießen kein Urheberrecht für ihre Witze, können aber keine Witze von Kollegen klauen, ohne Gesichtsverlust zu erleiden. Ebenso gebe es einen funktionierenden Handel mit TV-Formaten, obwohl diese nicht geschützt seien. TV-Produzenten wollten oft auch gar keinen Schutz, um mehr Freiheit zu haben. Sie zieht also Beispiele aus dem Bereich der urheberrechtlich (aus gutem Grund) nicht geschützten Ideen heran, um zu vermitteln, dass im Bereich der (aus gutem Grund) urheberrechtlich geschützten Werke ein Markt auch ohne ein starkes werkbezogenes Schutzrecht funktionieren könnte. Das erinnert an das neoliberale Motto: Der Markt regelt das alles ganz allein – es ist gar nicht ganz klar, ob es den Markt ordnende Gesetze überhaupt braucht.

Problematisch ist ihr Übertragungsversuch allemal, schon weil die Voraussetzungen dafür nicht stimmen. So ist ein TV-Format in einzelnen seiner Elemente, etwa in konkreten Skripts, sehr wohl urheberrechtlich geschützt. Ungeschützt ist lediglich die Format-Idee. Aber auch die einem urheberrechtlich geschützten Werk zu Grunde liegende Idee wird stets nicht vom Schutzrecht erfasst. Jeder Mensch hat das Recht, sie aufzugreifen und selbst weiterzuentwickeln. Anstatt also TV-Produzenten, die keinen Schutz von Formatideen wollen, als potenzielle Vorbilder für ein gelockertes Werkschutzverständnis hinzustellen, wäre es entzerrend, einfach zu sagen, dass auch Urheber in aller Regel keinen Ideenschutz wollen. Auch sie bevorzugen die Freiheit, Ideen aufzugreifen und zu eigenen Werken auszugestalten. Wer ein Buch oder einen Song schreibt, greift darin immer auch auf vorhendenes Ideengut zurück. Das Urheberrecht hindert daran nicht, und das ist gut so! Hingegen hindert das Urheberrecht sehr wohl Unternehmen – etwa auch Google – daran, sich einfach an fremden Werken zu bedienen und sie unlizenziert zum eigenen Profit frei zugänglich zu machen. Auch das ist gut so!

Interessant ist aber an Jeanette Hofmanns Darstellung auch, was sie nicht beleuchtet, obwohl es dringend dazu gehört: Comedians müssen nicht Urheber und noch nicht mal Ideenhaber der Witze sein, die sie vor Publikum aufführen. Und TV-Produzenten sind häufig nicht Urheber oder Ideenhaber der Formate, mit denen sie handeln. Somit können weder Comedians noch TV-Produzenten als Indiz dafür herhalten, dass urheberische Schutzrechte verzichtbar sind. Der funktionierende Handel mit TV-Formaten führt vielmehr denen, die ihn von innen her kennen, die Schattenseiten nicht wirksamer Schutzrechte vortrefflich vor Augen: Viele Konzept-Ideen Freischaffender landen auf den Tischen von Produzenten, um erst abgelehnt und später ohne Beteiligung der wahren Ideenhaber verwirklicht zu werden. Stille, unbekannte Ideenlieferanten werden regelmäßig ausgebeutet – der Markt weiß ihr Potenzial effizienter als gerecht zu nutzen.

Urhebern ihre Schutzrechte wegzunehmen würde nicht nur ihre Ideen, sondern vollendete Bücher, Musikstücke oder Filme zum Freiwild von Ausbeutern machen. Am Erfolg ihrer geistigen Leistung würden vor allem die cleversten Geschäftsleute unter den Urhebern beteiligt, nicht die begabtesten Künstler. Den Status von Witzen heranzuziehen, um einen Zustand zu rechtfertigen, der zu Ellenbogenkultur und Enteignung der Schwächeren führen könnte, erscheint bodenlos und aberwitzig, wenn man bedenkt, dass ein Werk – meist anders als eine Idee – bis zur Fertigstellung oft neben Liebe, Talent, Erfahrung und Ausbildung lange harte Arbeit und mitunter beträchtliche finanzielle Ressourcen benötigt. Ein längerer konkret ausformulierter Witz eines Standup-Comedians, der eine vergleichbare Schöpfungshöhe erreicht, ist selbstverständlich auch urheberrechtlich geschützt. Es stellt sich die Frage, ob Frau Hofmann einen nicht geschützten Zweizeiler mal ein bisschen mit einem Hollywoodfilm verglichen wissen will, um Gedanken darüber anzuregen, ob der Hollywood-Film nicht auch mit weniger Urheberrechtsschutz auskäme. Sollten solche Gedankenspiele tatsächlich wesentliche Teile des Forschungsansatzes sein, stellt sich die Frage, ob er von hinreichend Respekt gegenüber dem kreativen Werkschaffen getragen ist.

Man könnte fast spekulieren, dass das Institut für Internet und Gesellschaft genau den Mechanismus für den Kreativ-Markt hervorforscht, der Google ebenso wie illegale Plattformen reich macht: Denn die Unternehmen bevorzugen es, mit urheberischen Werken so umzugehen, als seien es lediglich nicht geschützte Ideen aus der „Public Domain“. Für Google und die Plattformen wäre es praktisch, wenn die Kreativen ihre Werke mal eben dem von ihnen eigennützig monetarisierten „Gemeineigentum“ überschrieben, denn:

Digitalkommunismus für die Künstler ist das Potenzmittel für den Kapitalismus der IT-Wirtschaft.

Soziale Regulierung als Ersatz für Urheberrechtsschutz hat eine weitere Schattenseite, die Frau Hofmann trotz ihrer Warnung vor Romantisierung unerwähnt lässt: Am ehesten schützt sie den, der in der sozialen Sphäre agiert und Bekanntheit genießt. Viele Komponisten und Textdichter (Urheber) beispielsweise, die für berühmte Song-Interpreten schreiben, arbeiten im Hintergrund. Ohne Urheberrechtsschutz ihrer Werke wären sie nicht nur der Marktmacht großer Unternehmen, sondern schon der größeren sozialen Macht der bekannteren Interpreten ausgeliefert. Ein Interpret könnte sich einen noch unbekannten Song eines unbekannten Komponisten einfach zu seinem eigenen machen. Die Öffentlichkeit könnte dies wohl kaum beurteilen.

So sollte doch wohl kein modernes, freiheitliches Urheberrecht aussehen! 

Abschließend noch mal Frau Hofmann zum Thema TV-Formate:

Es gibt, so sagen die TV-Produzenten selbst, gemessen daran, dass es keinen urheberrechtlichen Schutz gibt, relativ wenig’ tatsächliche Gerichtsprozesse. Man einigt sich normalerweise irgendwie anders.

Da fragt man sich: Bleiben Gerichtsprozesse nicht naturgemäß aus, wenn es kein Schutzrecht gibt, auf das sich ein Kläger stützen könnte? Sicher gibt es Verträge, die auch ohne Schutzrecht justiziabel sind, aber da kluge Geschäftsleute keine Verträge aushandeln, die sie nicht einzuhalten bereit sind, liegt es auf der Hand, dass es wenige Klagen gibt. Die eigentliche Ausbeutung der Kreativschaft findet dort, wo fehlende Schutzrechte es ermöglichen, vorvertraglich oder eben einfach ganz ohne Vertrag statt. Auswirkungen der Ausbeutung – bis hin zur Resignation von Ideenhabern, ihre Ideen überhaupt zu schleifen und zu präsentieren – kann erahnen, wer sensibel ist. Eine Statistik über Gerichtsprozesse sagt darüber rein gar nichts aus.

Aber wie auch immer die Wahl der Methoden am Institut bedingt ist: Die trotz aller rhetorischen Einschränkungen hervor schimmernde Vision eines stärker selbstregulierten digitalen Kulturgütermarktes dürfte Netz-Hütern und -Nutzern erstmal genau so gut schmecken wie Kindern ein McDonald’s-Menü. Schneller und günstiger Konsum ist nun mal attraktiv. Aber so wie die Lebensmittelindustrie-Maxime „schnell und günstig“ schleichende Auswirkungen auf die Qualität der Nahrungsmittel hat, wird es auch Auswirkungen auf die Motivation, die schieren Lebenskräfte und damit auf die Qualität der Arbeiten von Urhebern haben, wenn man ihren Schutz allein dem Markt überlässt und ihre Werke im Netz nach den Gesetzen von Konzern-Profitmaximierung als digitales Fast Food frei verschleudert. Ob solche Zusammenhänge am Institut für Internet und Gesellschaft wohl beleuchtet werden? Zum Thema „Internet und Gesellschaft“ gehören sie jedenfalls zwingend.

Fest steht: Nicht nur Künstler, sondern auch Forscher geraten gegenwärtig in den Zugzwang neuer Finanzierungsmodelle.

AK

KIM DOTCOM, JETZT GEMA IN DICH! AUCH YOUTUBE IST CLEVER!

Lieber Kim Dotcom,

ich verstehe ja, dass du einen MEGA-Hals hast. Da hast du alles so perfekt arrangiert und genau ein Jahr nach dem fiesen FBI-Überfall auf dich und deine altruistische Weltverbesserungsfirma Megaupload dein Comeback inszeniert. Jeder musste vor Rührung heulen. So wie du jedes mal heulst, wenn du Titanic siehst. Vor allem, wenn du so schöne Sachen gesagt hast wie:

MegaKim

Umgeben von deinen Armee-Mädels hatte das richtig Pathos. Ganz großes Kino! Natürlich hast du ein Video davon auf Youtube geshared, denn du bist ja einfach viel großzügiger als die abgezockten Titanic-Produzenten, die das nie machen würden mit ihrem Billig-Scheiß. Aber dann irgend so was hier:

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Wie sehr dir das weh getan haben muss, armer Kim! Dein Video mit deiner Musik – gesperrt in deinem Geburtsland. Und das nur, weil es technisch möglich ist, obwohl es nicht moralisch ist! Und dann noch von der Scheiß-Copyright-Missbrauchs-Klitsche Gema. Und das nach all deinen Qualen im letzten Jahr. Ja, du hast Recht, das ist unglaublich:

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Wenn man so hintergangen wird, hat man wirklich allen Grund, seine Rechtsabteilung zu konsultieren und eine böse Abmahnung zu schicken:

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Nur, Kim, jetzt gema in dich! THE TRUTH WILL COME OUT, wie du ja fest glaubst. In diesem Fall müsstest du die Wahrheit doch eigentlich in dir selbst finden. Glaubst du wirklich, dass die Gema einfach mal auf Verdacht irgendwelche Videos sperren lässt? Könnte es nicht so sein, dass Youtube diese Sperrungen nach Lust und Laune durchführt, um der Gema ans Bein zu pissen anstatt für Musiknutzung zu zahlen? Das müsstest du doch eigentlich verstehen, Kim. Du pisst doch auch allen ans Bein, die meinen, dass du dich schmarotzerhaft mit Geldern vollstopfst, die es ohne die vielen Filme, Bücher und Musiktitel, die du – weil es technisch möglich ist – an deinen Angelhaken hängst, nie geben würde. Kapiert? Ok, vielleicht willst du Youtube nicht böse sein, weil ihr zu ähnlich seid. Jedenfalls ist doch nichts passiert. Es hat im Internetkrieg leider einfach mal für ein paar Stunden dich als Bauernopfer getroffen. Das ist vielleicht eine neue Rolle für dich. Aber: Mensch Kim, da stehst du doch drüber!

Du musst dich jetzt auch nicht gleich schämen, weil du das Internet doch nicht verstanden hast. Fast Jeder hier im Land denkt, dass die Gema Videos sperren lässt. Sogar die hochkompetente Online-Presse. Erstaunlich, was für eine Massenverblödung die blöde kleine Flimmerkastenfresse angerichtet hat! Es mag dir nicht passen: Du bist nicht allein, Verschlüsselungs-Kim! Auch Youtube ist clever!

Vielleicht hilft es dir, dich mit einem kleinen Spiel abzuregen: Tausch doch mal mit deinen Buddies ein bisschen die Bälle:

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AK

WIR SIND DIE CROWD! WIR FUNDEN DICH! ERWARTE UNS!

Lieber Johannes Ponader, das ist echt nicht nett vom Bernd Schlömer, dass er dir erst einen medialen Maulkorb verpasst und jetzt kackendreist mit dem hinterfotzigen Ratschlag an dich, „mal zu arbeiten“ Schlagzeilen macht. Du hast so viel für ihn geschuftet, und jetzt dieser Undank. Nimm es dir einfach nicht zu Herzen. Schlunz Schlömi reicht nur weiter, was ihm sein Chef reinwürgt. Der sagt ihm nämlich mittlerweile täglich: „Arbeiten Sie eigentlich auch, Herr Schlömer, oder machen Sie nicht doch mehr Parteiarbeit auf unsere Kosten?“ Ja, so sieht’s aus, Johannes. Wie gut, dass du dich auch nicht weiter beeindrucken lässt und wieder durch die Talkshows tingelst, denn: wir brauchen dich! Du bist es, der den bedingungslosen Grundkurs der Piratenpartei (steil gen Abgrund) auch im Wahlkampf konsequent verfolgt. Du bist nicht dem Bundestags-Sessel verpflichtet oder von der winkenden Diät verführt, sondern ein unbestechlicher Befreier. Nicht du turnst die Wählerschaft ab, sondern die anderen in deiner Partei tun das mit ihrer Doppelmoral. Schau mal, während die Prinzipienuschi wider jedes Piratenideal gegen den Download ihres Buchs vorging (aus Dankbarkeit über die sechsstellige Bestechung der Content Mafia) und sich jetzt von eurer Bande strategisch den Mund verbieten lässt (und in vorauseilendem Gehorsam sogar ihr Facebook-Profil gelöscht hat – digitaler Selbstmord), bist du ehrliche Wege gegangen und hast mitten im Kampf gegen Abgeordneten-Bestechung eine korrekte Crowd Funding Aktion für dich selbst gestartet, als das mit dem Hartz IV wegen der entarteten Arbeitsämter bröckelte. Dass die Aktion wohl nicht so gut lief, ist nicht dein Fehler, Johannes. Denn die Piratenpartei sagt ja, dass Crowd Funding das Mittel der Wahl ist und Leute gern freiwillig zahlen. Da die Wahlen näher rücken und wir dich in Bestform brauchen, damit du deine Bande überführst und versenkst, möchten wir dir helfen durch einen edlen Aufruf:

Vernunftsbegabte Bürger des Landes, seid bitte so gut und schickt dem Johannes Ponader einen Hunni, damit er uns erhalten bleibt und tut, was ihm gute Mächte befahlen. Es darf auch ein kopierter Hunni sein, wenn’s keiner merkt und ihr nicht vergesst, den Modus „Privatkopie“ anzuknipsen. Aber schickt ihm was! Es geht um unser Land!

Ja, wir sind die Crowd! Wir funden dich! Erwarte uns!

AK

Nachtrag: Das ging schnell. Es kamen so viele kopierte Hunnis zusammen, dass Johannes Ponader keine 24 Stunden später seine eigene Spendenaktion beenden konnte. Da ist sie, die Welt des Überflusses.

VON PRIVATEN PIRATEN UND ÖFFENTLICHEN TOILETTEN

Liebe Piraten,

ich habe trotz gewissenhaften Trainings einen Knoten im Hirn. Ich kapiere das mit den „privaten Tauschbörsen“ nicht, die ihr legalisieren wollt. Mein Gehirn sagt, dass es nicht „privat“ ist, wenn ich eine Datei unbegrenzt vielen Menschen, die ich nicht kenne, zur Verfügung stelle. Ja, Scheiß-Gehirn, ich weiß. Ihr erklärt ja auch, dieses Anbieten von Dateien sei „nicht-gewerblich“. Aber schon wieder ein Knoten: Ist „privat“ wirklich das Gegenstück zu „gewerblich“? Wenn ich eine Datei im P2P-Netzwerk anbiete, mache ich sie doch öffentlich zugänglich. Und „öffentlich“ habe ich als passendes Gegenstück zu „privat“ gespeichert. Verdammt. Die Tauschbörse ist eigentlich ein öffentlicher Ort! Eine Toilette ist ja auch öffentlich, wenn sie von jedem Menschen (nicht unbedingt kostenlos – ein Wahlkampfthema für euch?) besucht werden darf.

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Und sie wird nicht zur „privaten Toilette“, wenn kein Geld fürs Pinkeln fließt oder sie regelmäßig nur von Nicht-Geschäftsleuten besucht wird. Allein der freie Zugang macht den virenbehafteten Zauber aus, der einer privaten Toilette abgeht. Wie kann dann eine Tauschbörse für tausende von Nutzern „privat“ sein? Liegt nicht auch da der (virenbehaftete) Zauber in der Unbegrenztheit und Vielfalt der Teilnehmer? Helft mir! Ich wäre doch so gern ein ganz normaler privater Pirat ohne Hirn und ohne Knoten, der im Netz kein Scheiß-Geld bezahlt und dem es scheißegal ist, ob irgendein Scheiß-Urheber um den Ertrag seiner Arbeit betrogen wird. Ich kann nicht unbeschwert privat saugen, solange ich annehmen muss, dass es das „nichtgewerbliche“ oder „nichtkommerzielle“ Filesharing, von dem ihr immer redet, gar nicht gibt. Ich biete Dateien urheberrechtlich geschützter Werke ja nicht aus Nächstenliebe an, sondern will im Gegenzug möglichst viele attraktive Dateien erhalten. Mein Hirn meldet: Handel! Tauschhandel! Gegenseitiger Vorteil! Ohne Geldfluss? Naja, zu mir fließt erstmal nichts, aber zu den Betreibern der Tauschbörsen oder Social Networks umso mehr. Die holen es sich über Werbung und Verwertung von Nutzerdaten, so wie es sich Raststätten mit kostenlosen (daher aber noch lange nicht „nicht-gewerblichen“) Toiletten über Snackverkäufe holen. Nur die Hersteller der Handelsware werden beim Filesharing übergangen. Total privat und schadet ja auch nicht? Nichtgewerbliches Filesharing? Private Tauschbörsen? Dann noch euer geheiligter Privatverkauf von Dateien, deren Ursprung bitteschön (ill)egal sein darf? Aua, mein Gehirn. Könnt ihr so wirklich die breite Palette gesellschaftlicher Probleme lösen, ohne dass das Land untergeht? Was habt ihr für mich? Wie habt ihr die Knoten gelöst? Oder macht euch das Verlangen nach „kostenlosem“ Privatkonsum auf Kosten der Konsumgüterhersteller einfach nur dumpf im Schädel?

AK

PIRATENSCHEIN – ALLE PRÜFUNGSFRAGEN ZUM ÜBEN

Nachfolgend finden Sie die Prüfungsfragen zum Piratenschein, direkt vom Server der Piratenpartei gehackt. Sie sollen der freien Wissensgesellschaft nicht länger vorenthalten werden. Das dient der Vorbereitung auf die äußerst verzwickte Unreifeprüfung. Aufgrund der sehr hohen Durchfallquote (auch inhaltlich) wird die Vorbereitung dringend empfohlen. Außerdem sollten Sie sich schnell zum Test anmelden, denn die Piratenpartei könnte bald komplett abschrammen. Holen Sie sich schnell den Schein – ein must-have! Er gibt das „Recht auf Privatkopie“ und ist daher wie eine ungedeckte, zeitlos gültige Kreditkarte im Netz. Man bekommt damit alles, und zwar umsonst!

DURCHFÜHRUNG

Zu den Fragen 1 bis 22 werden jeweils vier Antworten vorgeschlagen. Schreibe ein JA hinter jede zutreffende Antwort. Die Punktzahl für den Fall, dass du Recht hast, steht in Klammern. Einfache Bashups oft gedroschener Piraten-Phrasen werden mit 5 Punkten bewertet, visionäre Transferantworten mit 10 Punkten. Es können, logisch addiert, maximal 542,5 Punkte erreicht werden. Der Test wird auch nur bei Erreichen der vollen Punktzahl bestanden. Allerdings gibt es alternativ auch das Ponader-SMS-Spiel. Da kann man den Piratenschein durch nur eine Frage bekommen. Dazu später. Viel Erfolg beim Üben!

PRÜFUNGSFRAGEN

1)   Ausweichregeln: Wenn du mit Fakten gegen dein Wunschdenken belästigt wirst, kannst du

  1. auf ein populistischeres Thema ausweichen. (5)
  2. genervt anmerken, dass die Netzgemeinde so nicht denkt. (5)
  3. stöhnen: „Ey, Alte/r, du bist echt sowas von… moralisch, ey!“ (5)
  4. behaupten, dass empirische (von Empiraten durchgeführte) Studien das Gegenteil beweisen. (5)

2)   Wenn du bei einer unlogischen Argumentation ertappt wirst (der „Piraten-Klassiker“), solltest du

  1. deinen nächsten Satz beginnen mit „die Piratenpartei steht dafür, dass…“. (5)
  2. gelangweilt anmerken, dass der Widerspruch nur in der alten analogen Welt besteht. (5)
  3. auf dein Smart Phone schauen, weil ein wichtiger Tweet reinkam. (5)
  4. von Liquid Feedback faseln (aber nicht erwähnen, dass die Programmierer sich von der Piratenpartei distanziert haben). (5)

3)   Wer freiwillig für Kunst und Kultur im Netz bezahlt (also jeder Bürger),

  1. der fährt auch freiwillig Tempo 50 in Ortschaften (Verkehrsschilder können abgeschafft werden). (10)
  2. kann über Gesetzesänderungen aller Art abstimmen, sofern er zwei Stunden am Tag surft und daher kompetent ist. (10)
  3. zahlt auch freiwillig Steuern (Finanzämter müssen auf Mahnungen und Betriebsprüfungen verzichten). (10)
  4. zahlt nur seinen Piratenpartei-Beitrag nicht freiwillig, was aber auch die einzige Ausnahme vom Prinzip ist. (5)

4)   Filmwerke, die aus (Scheiß-)GEZ-Geldern bezahlt wurden, gehören der Öffentlichkeit. Drehbücher müssen ins Netz. Deshalb

  1. sollten auch steuerfinanzierte Atombomben-Baupläne ins Netz. Verantwortliche Weltbürger machen nichts Schlimmes. (10)
  2. gehört Johannes Ponader seinen Spendern. (5)
  3. kannst du die Drehbücher selbstverständlich non-kommerziell verkaufen (Privatverkauf der Privatkopie). (5)
  4. darfst du aus mindestens zwei Drehbüchern ein eigenes zusammenmashen (transformative Werknutzung) und dir einen Proscar (höchster Prosumentenpreis) saugen. (10)

5)   Raubkopie: Wer den Begriff ablehnt, darf auch

  1. den Begriff Rufmord ablehnen, da das damit verbundene Handeln ja eine Form der Fürsorge ist, niemandem etwas wegnimmt, den vermeintlichen Opfern Bekanntheit und neue Selbstartikulationschancen eröffnet. (10)
  2. Geldscheine kopieren, wenn er das Original niemandem geraubt hat und die Geldscheine nur non-kommerziell (Privatgebrauch) ausgibt. (10)
  3. endlich verstehen, dass es Urhebern nicht weh tut, wenn man ihre Werke nach Belieben kopiert und verbreitet. Sie sind sogar dankbar, denn Hunger macht kreativ. (5)
  4. nicht jammern, wenn er ungefragt non-kommerziell geclont wird (Privatkopie / freie Erbinformationsgesellschaft). (10)

6)   Geistiges Eigentum: Wer den Begriff ekelhaft findet und als Kampfbegriff anprangert, der

  1. findet den Begriff „PrivilegienmuXXXi“ [blocked due to disgust issue] zum Reinbeißen. (5)
  2. darf sich als Pirat dennoch an den Vorteilen des geistigen Eigentums bereichern, wenn er klarstellt, dass er damit keine Piraten-Ideale verletzen möchte und sein Eigentum ganz sicher später mal nach dem Omi-Räumt-Den-Speicher-Auf-Prinzip dem Volk übergeben wird. (5)
  3. findet, dass „Content Mafia“ ein Versöhnungsbegriff ist. (5)
  4. versteht, dass die Werke anderer Menschen grundsätzlich weniger Schutz brauchen als eigene, weil man’s ja auch schwer hat. (5)

7)   Nicht-kommerzielle Nutzung von Literatur, Film, Musik, …: Sie muss im Netz kostenfrei für den Privatgebrauch sein. Das bedeutet, dass

  1. man Werke anderer Menschen für seine Homepage, Social Networks oder privates Verteilen über Tauschbörsen benutzen darf, wenn man die Originaldatei nicht heimtückisch vernichtet. (5)
  2. man Werke anderer Menschen durch nichtgewerbliche Mashups und Remixes verändern darf, was die Werke verbessert. (5)
  3. man als Pirat dennoch bei Major-Verlagen veröffentlicht und die nicht-kommerzielle Verbreitung im Netz behindert (wer zum Wohle des Volkes Wasser predigt, darf zum Dank Wein trinken! Prost auf Erich!). (5)
  4. der private Verkauf dieser Werke jederzeit möglich sein muss (aber bitte: nur non-kommerzieller Verkauf). (5)

8)   Wer als Politiker von seiner Partei wegen geiziger Abgeordneter nicht bezahlt werden kann und nicht die (von Bernd Schlömer übrigens ungenutzte!) Möglichkeit hat, Parteiarbeit während eines Verwaltungsjobs zu machen, hat Anspruch auf

  1. Hartz IV (wenn er sich nicht völlig bescheuert anstellt und mit zehntausend Arbeitsstunden pro Woche herumprahlt). (5)
  2. Spendengelder (nie waren Politiker so unabhängig). (5)
  3. TV-Sendezeit (Twittern vor laufender Kamera befriedigt auch). (5)
  4. Burnout (bringt auch Schlagzeilen und ist noch einfacher als ein Buch über seine Netzjugend zu schreiben). (5)

9)   Gema: Die ist scheiße, wie jeder Idiot vor allem weiß. Deshalb

  1. sollte man gar nicht erst wissen, was da Sache ist. (5)
  2. ist Google / Youtube mild, barmherzig und wohltätig, so wie auch die Besitzer großer Szene-Clubs. (5)
  3. ist jedem angehenden Musikautor von einer Gema-Mitgliedschaft dringend abzuraten. (5)
  4. kann man als Pirat dennoch Gema-Mitglied sein und die Vorteile mitnehmen, sofern man wie Bruno Kramm öffentlich durch Besoffenen-Reime klar macht, dass die Gema scheiße ist. (5)

10)                Urheber sollen von der Piratenpartei selbstverständlich effektivst gestärkt werden. Das ist mit dem Gründungsmythos aufs Engste verbunden. Deshalb müssen

  1. ihre Rechteverwalter (Verlage und Verwertungsgesellschaften) geschwächt werden. (5)
  2. Schutzfristen für neu geschaffene Werke verkürzt werden (Schutzentzug macht stark!). (5)
  3. schutzfähige Werke über das Durchschnittsschaffen erhaben sein – die Einstufung erfolgt durch den Pi-Rat (Reichskulturrat 2.0). Messlatte: „Klick Mich“ von Prinzipienuschi [unblocked] Schramm. (5)
  4. Bildungseinrichtungen von Urheberrechtsabgaben befreit werden, damit Autoren mit Bildungsanspruch endlich vom Markt verschwinden und die Piratenpartei nicht länger durch lange recherchierte Scheiß-Fakten belästigen. (5)

11)                ÖPNV muss ohne Fahrschein nutzbar sein. Daher

  1. muss man zur Gegenfinanzierung auf die teure Verfolgung des Schwarzfahrens verzichten. Das haut schon hin. (5)
  2. braucht man offenes WLAN – moderne Menschen müssen dann weniger Bus und Bahn fahren. (10)
  3. muss mehr Service statt Kontrolle durchgesetzt werden. Das spart richtig Kohle. (5)
  4. kann man so auch die Verschuldung der Städte reduzieren. Logisch. (10)

12)                Als Politiker musst du dich zu vielen Themen überzeugend äußern können und solltest auch ein Spezialgebiet haben. Mit Piraten-Mandat

  1. wird das hinfällig – Labern reicht vollkommen. (5)
  2. darfst du zu neuen Themen keine mit der Führung unabgesprochene eigene Meinung haben. (5)
  3. musst du immer das sagen, was die Netzgemeinde (genau wie die Führung) diktiert. (5)
  4. kommt es viel cooler und selbstbewusster an, wenn du keine Ahnung hast und dazu stehst. (5)

13)                Bildung: Sie ist eines unser wichtigsten Güter. Daher sollte

  1. die Schulpflicht abgeschafft werden. (5)
  2. eine Bildungspflicht eingeführt werden. (5)
  3. jeder an jedem wissenschaftlichen Artikel im Netz mitschreiben können (stetige Verbesserung). (10)
  4. der Besitz von Kinderpornos legalisiert werden. (7,5)

14)                Transparenz ist für Piraten heilig. Das bedeutet, man darf

  1. Journalisten von Parteisitzungen ausschließen. (5)
  2. Kommentare auf seinem eigenen Blog zensieren. (5)
  3. Parteifunktionäre feuern, die öffentlich über Parteibeschlüsse reden. (5)
  4. per Liquid Feedback ermittelte Umfrageergebnisse dank anonymisierter Wahl nach Belieben manipulieren. (5)

15)                Hacker-Angriffe auf Websites von Unternehmen und Organisationen

  1. müssen erlaubt sein, weil sie berechtigten Protest äußern. (5)
  2. können jederzeit im Namen von Anonymous geschehen. (5)
  3. schaden den angegriffenen Unternehmen nicht, wenn sie nur deren Website unerreichbar machen (das Unternehmen besteht ja weiter). (5)
  4. sind eine heilsame Ersatzbeschäftigung für jugendliche Mitläufertypen. (10)

16)                US-Fernsehserien sofort nach Veröffentlichung ins Netz gestellt zu bekommen,

  1. ist ein Menschenrecht. (5)
  2. ist so wichtig, dass illegaler Download selbstverständlich ist, falls das legale Angebot später kommt. (Wer sich wehrt, wenn er überfallen wird, muss sich auch nicht über Gewalt wundern.) (5)
  3. ist Bedingung für Teilhabe an der Informationsgesellschaft. (5)
  4. hilft der TV-Branche, moderner und schneller zu werden. (5)

17)                Sharing (von digitalisierten Kulturgütern)

  1. nützt den Künstlern mehr als es ihnen schadet. Das belegen sämtliche von Google finanzierten empirischen Studien. Die Künstler merken es nur nicht, weil sie zu blöd sind. (5)
  2. is caring (kennt man schon aus der Grundschule, wenn einem das Poesiealbum weggerissen und überall herumgereicht wurde). (5)
  3. macht heute jeder und muss entkriminalisiert werden. (5)
  4. ist genau so anspruchsvoll wie das Schaffen von Kulturgütern, weil es durch die digitale Technik unfassbar einfach ist, Kulturgüter zu schaffen (Copy/Paste/Fertig). (5)

18)                Falls Filesharing wirklich entkriminalisiert werden muss, weil das sowieso jeder macht (s. Frage 15, noch mal genau nachdenken!), dann muss auch

  1. Taschendiebstahl in asozialen Stadtvierteln entkriminalisiert werden. (10)
  2. dichtes Auffahren auf der Autobahn vom Bußgeld befreit werden. (10)
  3. Steuerhinterziehung belohnt werden. (10)
  4. Fahrradfahren bei Nacht ohne Licht gefördert werden. (10)

19)                Wer es als Künstler nicht aushalten kann, dass jeder mit seinen Werken machen kann, was er will

  1. sperrt auch seine Kinder zu Hause ein, wenn sie erwachsen werden. (5)
  2. ist kein echter Künstler – die denken nicht an Geld. (5)
  3. ist ein Weichei und kein hartgesottener Hochseepirat. (5)
  4. trauert den Pferdekutschen hinterher. (5)

20)                Drogenkonsum und -besitz gehört entkriminalisiert, denn

  1. nicht Drogen sind schlimm, sondern die Sucht ist es (was können die Drogen dafür?). (5)
  2. die leichte Verfügbarkeit von harten Drogen führt zu einem verantwortungsvolleren non-kommerzliellen Umgang mit ihnen. Übung macht den Meister! (5)
  3. der Mensch hat ein Recht auf Rausch. Rauschunterdrückung muss aufhören. (5)
  4. auf Droge können politische Probleme sofort gelöst werden. (10)

21)                Software-Kopierschutz gehört verboten,

  1. weil Kopierschutz künstlichen (moralisch verwerflichen) Mangel schafft. Die Piratenpartei ist für das Schlaraffenland und versteht nicht, dass es Leute gibt, die das nicht wollen. (5)
  2. die Autonomie des Privatbürgers durch Lizenz-Registrierung aufs Schlimmste beschädigt wird. Mit jeder Registrierung muss schließlich der Name gespeichert werden. Geht gar nicht! (5)
  3. weil’s ohne billiger ist und Kosten für öffentliche Haushalte reduziert werden können. (5)
  4. weil die Softwarehersteller dann mehr Software produzieren und ihre Zeit nicht mehr mit Schutzverfahren verschwenden. (10)

22)                Urheber brauchen statt der Durchsetzung des Urheberrechts:

  1. neue Modelle. (5)
  2. neue Modelle. (5)
  3. neue Modelle. (5)
  4. neue Modelle. (5)

Eimal durchatmen. Bist du dir sicher? Ja? Bei allen Fragen? Sonst wähle lieber das Ponader-SMS-Spiel. Das geht so: Suche dir im Netz die Handynummer von Johannes Ponader. Dann schau dir diese Frage an:

Welche der beiden Absichtserklärungen stammt von der Piratenpartei:

  • a  Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen.
  • b  Niemand hat vor, das Urheberrecht abzuschaffen.

Schreibe den Buchstaben der richtigen Antwort (a oder b) per SMS an Johannes Ponader. Du kannst zur Sicherheit auch beide Antworten hintereinander schicken. Pro SMS zahlst du 500 Euro. Die gehen direkt an Johannes Ponader, aber sobald er satt ist, überweist er den Rest an die Piratenpartei. Garantiert!

AK

LIEBE PIRATEN: JULIA SCHRAMM KANN NICHTS DAFÜR!

Liebe Piraten,

ich kann ja verstehen, dass ihr sauer seid auf eure Julia Schramm. Die Privilegienmuschi hat euch übel vorgeführt mit ihrem bei der Content Mafia veröffentlichten Buch, dessen Gratis-Verbreitung sie nun unterbindet. Völlig klar – nichtkommerzielle Nutzung muss kostenfrei sein! Das räumt Frau Schramm ja auch ein. Da das Buch im Grunde nur zur nicht-kommerziellen Nutzung vorgesehen ist (was sollte man auch kommerziell damit machen?), hätte das Buch von vornherein im Netz verschenkt werden müssen. Nun gut. Sie hat einen gut bezahlten Fehler gemacht. Das ist aber doch kein Verrat! Warum müsst ihr jetzt mit Rücktrittsforderungen von eurer eigenen Niederlage ablenken? Ihr wollt doch alle das Recht behalten, morgen anders zu handeln als ihr heute redet. Und mal Hand aufs Herz: Ihr wusstet doch, was da auf euch zukommt. Hättet ihr euch nicht vorbereiten können? Ja, ja – hätte… Müßige Überlegung, ich gebe es zu. Aber ihr könnt doch auch jetzt was tun: Kauft alle erhältlichen Bücher auf und verteilt sie unters Volk. Dann kapiert jeder, wie edel und wichtig kostenloser Zugang zu Kulturgütern ist. Dann habt ihr eine Mega-PR. Dann zeigt ihr, dass es euch nicht nur um Digitales geht. Und: Dann kommt viel mehr Geld zurück für euch, weil die Leute ja freiwillig zahlen! Legt einfach eine Spendenquittung bei. Wem das Buch nicht gefällt, der kann es seinem Nachbarn schenken. Irgendeiner zahlt immer! So seht ihr das doch sonst auch, wenn es um freie Verfügbarkeit geht. Das Buch wird dadurch übrigens noch viel bekannter, was wiederum Frau Schramm beim Afterburner hilft. Auch wenn ihr Zinsen eigentlich ja ganz abschaffen wollt, sind Kreditzinsen im Moment durchaus sehr günstig, falls ihr ihr die Vorfinanzierung nicht leisten könnt. Da Frau Schramm ihren Buch-Vorschuss ja der Partei-Arbeit widmen will, kann sie euch auch sicher zusätzlich aushelfen. Was ihr im Moment macht, ist ein Festhalten an alten Konfliktmodellen, die in ultramoderner Politik einfach nichts zu suchen haben. Ihr zerreißt Frau Schramm hinter der Bühne, um euch öffentlich dann zu ihr zu bekennen. Das kennt man von allen Parteien. Das mieft. Das überrascht nicht. Wagt doch mal was! Probiert neue Modelle aus! Das klappt schon! Julia kann nichts dafür, wenn ihr den Mumm nicht habt. 

AK

HORROR! ALLE PARTEIEN FINDEN GEMA COOL!

Der tragische Mann, der seinen Austritt aus der Gema herbeisehnt, aber irgendwie nie schafft, macht aus seiner Not eine Tugend. Anstatt den ja so befreienden Wisch zackig zu unterkritzeln, wechselt er vom musikalischen Untergrund auf die politische Showbühne. Von dort aus beschimpft er pathetisch die Gema und rät aufstrebenden Musikautoren dringend ab, dem Verein beizutreten. Sein Name ist Bruno Kramm, und er ist Pirat. Er macht das fundamentale Wettern gegen den Verein, der seiner Meinung nach kriminell ist, aber auf dessen Vorteile er selbstverständlich nicht verzichten möchte, zur Methode seiner Selbstvermarktung – und demonstriert nebenbei Politikern aller Parteien, wie cool und politisch wertvoll die Gema ist. Sie bietet nämlich ideale Voraussetzungen zum Horror-Monster, dessen Bekämpfung von verfehlten politischen Zielen ablenkt und Wähler bindet. Die Parameter stimmen auf allen drei Seiten: beim Volk, bei der Gema und in der Politik:

Erstens. Wer weiß schon genau, was die Gema macht? Ist das nicht diese Behörde, die im mafiösen Schulterschluss mit der GEZ fiese Männer an die Haustüren schickt, wenn man zu Hause gesungen hat? Ist das nicht der Verein, der Youtube-Videos missgünstig sperren und Discos sterben lässt?

Zweitens. Die Gema ist anders als alle möglichen Lobby-Verbände, denn sie macht Politikern keine Geschenke. Sie korrumpiert nicht und ist damit nicht auf der Höhe der Zeit. Nicht einmal nette Konzerteinladungen oder andere indirekte Vorteile sind drin. Also kann man als Politiker allen Ärger, den man sonst der guten Stimmung wegen in sich hineinknickst, hier mal richtig rollen lassen.

Drittens: Musikautoren (Komponisten und Textdichter), deren Existenz an der Gema hängt, sind eine winzig kleine Minderheit in der Bevölkerung. Sie haben keine besondere politische Relevanz, zumindest nicht in großen, volkswirksamen Reden und Absichtserklärungen. Man kann also ruhig die Kuh im Dorf lassen. Ihnen die Arschkarte zuzuschieben ist, so im Ganzen betrachtet, verschmerzbar im Kampf um die Gunst der Stammtischler und Jawoll-Schreier.

Natürlich muss man als Politiker auch ein bisschen was tun, wenn man als Heilsbringer im Beifalls-Unisono baden möchte. Denn berechtigte Kritikpunkte gibt es überall. Das reicht im Ansatz nicht, wenn es um die Gema geht. Die Dinge gehören schon ein bisschen aufbereitet. In den Köpfen der hinreichend Ahnungslosen muss pauschaler Horror entstehen. Ja, Horror! Das ist nun mal Kramms Genre. Erleichternd kommt ihm zugute, dass Piraten sowieso nicht an Fakten oder Rechtsgrundlagen gebunden sind. Er kann so richtig aus dem Vollen schöpfen: Es ist doch unfassbar, dass die allermeisten Mitglieder der Gema rechtelos sind und im Verein nichts mitbestimmen dürfen. Horror! Kaum zu glauben, dass überhaupt jemand in der Gema ist. Es muss an Dummheit liegen. Klar, Dummheit! Kramm ist ja selbst das beste Beispiel. Dass er seine eigenen Rechte zur Mitbestimmung im Delegiertenwahlsystem verleugnet, ahnt man so erstmal nicht. Für Jawoll-Schreier oder zahlungsunwillige Musikverwerter ist er sofort gekauft als Märtyrer, der das Gema-Elend mitmacht, um andere treuherzig davor zu bewahren. Jemandem, der so ein hartes Schicksal freiwillig auf sich nimmt, nimmt man auch ab, dass die Gema mit omnipotenter Allmacht ausgestattet ist. Sie kann tun-und-lassen-was-sie-will. Gegen alles und jeden, ohne Recht und Aufsicht! Und nichts kann man dagegen machen – außer Piraten wählen. Horror! Dass nun bald die Clubs und Discotheken kläglich sterben müssen, weil die Gema sie durch kriminelle Selbstbedienung ruiniert, ist der Gipfel. Horror! Unfassbar ultra-unverschämte ca. 1,7 % des Gesamtumsatzes von Clubs und Discos sollen für Musikautoren abgeführt werden! Da greift man sich doch an den Kopf und fragt sich, warum Clubs und Discos überhaupt noch Musik spielen. Horror! Ja, und dass nur die von Natur aus stinkreichen Gassenhauer-Komponisten als angebliche „First-Class-Mitglieder“ der Gema an dem kläglichen Rest der Gema-Gelder, den sich nicht die gierige Verwaltung einsackt, zusätzlich bereichern, während unbekannte Szene-Komponisten und Newcomer leer ausgehen, ist auch Horror! Raubtierbestien sind die Gema-Leute! So muss man es aufbereiten. Dass diese „Bestien“ aufgrund von Förderungsmaßnahmen sogar mehr als den Anteil, den sie ausgeschüttet bekommen, für die Musikautorenschaft erwirtschaften, weiß ja keiner. Dass neue Mitglieder nicht einen Cent weniger für eine Werknutzung ausgeschüttet bekommen als jedes andere Mitglied, und zwar vom ersten Tag an, kann man bei so viel Horror auch nicht glauben. Und wer kennt dann noch die Netto-Einzelverrechnung? Wer (t)wittert, dass Kramm auf einem bereits abgeschafften Abrechnungsverfahren herumreitet? Ist doch auch egal!

Es geht darum, dass endlich jedem halbwegs uninformierten und damit politisch wertvollen Kulturbanausen klar wird: Kultur stirbt, wenn man die Gema nicht stoppt! Wen interessiert, dass viele kleinere Veranstalter nach der Tarifreform 2013 finanziell entlastet werden? Das ist nicht horrortauglich. Besser klingt es so: Wenn Großveranstalter vergleichbar zur Kasse gebeten werden wie die Kleinen, werden die Großen reihenweise dicht machen müssen. Und die Kleinen natürlich auch. (Ihnen fehlt wohl nach der Entlastung der nötige Drive, sich hochzuarbeiten?) Irgendwie so. Wie auch immer. Alles Scheiße! Der Schreichor bestätigt es. Und wir werden bald nur noch Mainstream hören. Vielfalt wird von der Gema „gleichgeschaltet“! Da haben wir ein richtig knalliges Horrorwort! 

Jetzt kapiert? Horror! Faire Bezahlung der Musikautoren? Die Worthülse ist auch in Kramms Repertoire. Aber da von dem Geld, was die Gema einnimmt, bei den „Musikern“ ja nichts ankommt, weil es in mafiösen Horror-Löchern versickert, kann man ja gleich diese Einnahme streichen. Ja, „Musiker“ sind immer häufiger gar keine Gema-Mitglieder, sagt er. Da muss es doch jedem maximal Halbwissenden einleuchten, dass die Gema für alle schlecht ist. Wer weiß denn schon, dass „Musiker“ gar nicht in der Gema organisiert sind und auch nie waren, sondern nur Musikautoren, damit auch die Autoren etwas bekommen, wenn „Musiker“ ihr Repertoire benutzen. „Musiker“ bekommen ihr Geld von der GVL, während es die Gema zum Teil für sie eintreibt. Wenn sie jammern, dass sie von der Gema nichts bekommen, könnte man sie kurzerhand aufklären und beruhigen. Aber politisch wertvoller ist es, sie ihn ihrem Unwissen aufzustacheln. Dann kann man suggerieren: Auch die Musiker selbst sind gegen die Gema. Raffiniert. Ja, so muss Politik! Im Übrigen weiß ja wohl jeder, dass das Gema-Geld sowieso immer bei Dieter Bohlen landet, nachdem es durch die Löcher gesickert ist. Kann die Gema nicht endlich eine moderne Musikzensur einführen und Bohlen aus dem Geschmack der Menschen ausradieren? Und kann sie nicht bitteschön ihre Einnahmen gerecht nach Gießkannenprinzip an die Mitglieder verteilen, so dass einfach jeder Bundesbürger Gema-Mitglied wird und seinen Cent bekommt? Stattdessen zockt die Gema Millionen ab, um der Menschheit wider ihren Willen nichts anderes als Dieter Bohlen anzubieten. Horror!

Fest steht also: Die Gema ist an ganz vielem Ärger schuld, den jeder Einzelne täglich erleiden muss. Das muss man einfach geschickt abrufen, und fertig ist der Lack. Ob man es besser weiß oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Scheiß-Gema! (Und Scheiß-GEZ! Und Scheiß-IHK! Soviel Zeit für Anstand muss sein! Den Scheiß-Parkuhren widmen wir uns, wenn die großen Ziele erreicht sind.) Um den Leuten eine eigene Rolle in seinem Horror-Theater zu geben, muss der Demagoge natürlich reimen. Los geht’s: „Wir – sind – hier, wir – sind – laut, weil – ihr – uns – die – Dis – cos – klaut!“ – Jawooolllll! Weiter: „Kul – tur – rettn’, Gema – an –Kett’n!“  – Jawooolllll!

Die Piraten haben Schwein mit Kramm. Aber sie müssen dennoch aufpassen. Von rechts wie links setzen Politiker aller Parteien geradezu krammpfhaft zum Wettbewerb an. Nehmen wir Klaus Wowereit. Der hat irgendwie jetzt auch verstanden, dass die Gema cool ist – allemal politisch wertvoll genug, um vom Debakel um den Neubau des Großflughafens Berlin-Brandenburg abzulenken. Es ist doch wirklich Horror: Die Gema missbraucht ihre Stellung als Monopolist! Und Wowereit ist der erste, der es der Allgemeinheit ehrlich und offen sagt: Die Gema vertritt die Interessen einiger weniger! Da muss man erstmal schlucken. Horror! Ein Verein, der für Rechte einer Minderheit eintritt? Wie soll das denn bitte die Mehrheit finden? Wie soll es dann Wählerstimmen bringen, für die Gema einzutreten? Und der Verein zielt auf eine ungerechte Verteilung der Erlöse ab. Schluss mit lustig! Scheiß auf den Flughafen und Scheiß auf Musikautoren! Die Gema wird gebasht, und das ist gut so!

Ja, da staunt man, wer plötzlich ultramoderne Politik kann, auch wenn er es, wie SPD-Kanzlerformatmann Dr. Frank Walter Steinmeier, erst noch übt. Jüngst wagte er, wie Zeugen berichten, die Aussage, die Gema müsse aufhören, Abmahnungen zu verschicken. Pause. Vor so viel Horror müsste Bruno Kramm eigentlich seinen Cowboyhut ziehen, und die Jawoll-Schreier müssten still werden: „Puh, wusste ich gar nicht. Na, da habe ich aber Glück, dass ich noch keine Abmahnung von der Gema bekommen habe. Gleich mal zu Hause anrufen. Halt! Oh Gott, der geleechte Klingelton…“ Steinmeier ist auch für eine runderneuerte Gema, die nicht nur die Mainstream-Stars versorgt. Markige Worte! Das überzeugt den, der nicht auf die Idee kommt, dass es Steinmeiers Redenschreiber sein könnte, der außer den Mainstream-Stars niemand von der Gema Vertretenen kennt. Naja, Steinmeier hat den Horror – anders als Kramm – nicht mit der Muttermilch aufgesogen. So hat ihn recht bald der Grusel ob des Widerhalls seiner eigenen Worte gepackt und ihn zu einem beschwichtigenden Bekenntnis veranlasst: Ich bin für die Gema.

Aber Brunos Konkurrenz schläft beileibe nicht. Regelrecht piratig hält es die zu Unrecht für bieder verschriene Junge Union Baden Württemberg. Vielleicht als Fähnchen im Wind des CDU-Bundestagsabgeordneten und DEHOGA-Schutzheiligen Christian Freiherr von Stetten. Sie stellt die Gema in einem preisverdächtigen Kurzfilm im Rahmen ihrer Kampagne „Hey Gema!“ als Organisation mafiöser Schutzgelderpresser dar. Wen interessiert, dass die Mutter-Partei sich gut mit dem Branchenverband DEHOGA steht und die Hotel- und Gastro-Lobby ihre Klientel ist und die sich nun mal mehr für die Vorteile der ganz großen Clubs interessiert (und ja auch für Politiker eindeutig mehr Annehmlichkeiten bereit hält als die Gema)? Außerdem macht es, wenn man selbst immer als korrupt bezeichnet wird, einfach auch mal Spaß, die Schmach weiter zu geben. ‚Nicht wir sind mafiös, sondern die Gema! Prost, JUngs!’ Kann man eigentlich verstehen! Die Jungen Liberalen Bayern finden wohl knackig: „Gema weg“. (Musikautoren? Ach was, die bilden doch kein echtes Unternehmertum ab. Als Unternehmer muss man verstanden haben, wie man an Musik herankommt, ohne dafür zu zahlen. So lebt es die IT-Branche vielfach vor. So machen es die ganz Großen. So macht es Google.) Der Kulmbacher Stadt- und Kreisrat der FDP, Thomas Nagel, will mit der Forderung, die Gema abzuschaffen, bald weiter nach vorne preschen. (Mal ehrlich: Musikveranstaltungen lohnen sich für Veranstalter nicht, wenn sie auch für Musik effektiv bezahlen müssen.) Nagel will statt der Gema eine Direktvermarktung der Künstler ohne teure Mittelsmänner. Dass er offenbar nicht mal im Ansatz kapiert hat, was die Gema den Veranstaltern für Vorteile bringt und dass Radio, Fernsehen, Clubs, Discos, Konzerte und so ziemlich alles, wo Musik gespielt wird, zusammenbrechen würden ohne eine Verwertungsgesellschaft, die ihnen Lizenzen sichert, weil dann jeder Musikautor mit jedem Verwerter und Aufführenden einzeln verhandeln müsste, braucht dabei ja nicht zu interessieren. Ähnlich kompetent ist die NPD Leipzig, die ja auch „jung, dynamisch, zukunftsorientiert“ ist und folgerichtig erkennt, dass die Gema geldgierig ist. Sie lehnt das Drehen an der Gebührenschraube ab. Die digitale Linke hat natürlich verstanden, dass Abgaben auf USB-Sticks ebenso Mist sind wie transparente, lineare Veranstaltungstarife. Und ein Gespür für das Coole und politisch Wertvolle der Gema haben selbstverständlich die Grünen, z. B. in Berlin: Es kann doch wohl nicht angehen, dass die Gema über das Singen von Liedern im Kindergarten streitet und Youtube-Videos blockiert! Horror! Wer weiß denn schon, dass Kindergärten für wenig Geld das Kopieren von Notenheften erlaubt wird, sie dadurch Geld für deren Kauf sparen und für das Singen niemals Abgaben erhoben werden? Wer weiß, dass die Gema nur das Inkasso für die VG Musikedition übernimmt? Wen interessiert, dass Youtube selbst die Videos sperrt und die Verhandlungen blockiert, um die Gema anzuschwärzen? Die Bundes-Grünen fordern auch schon mal eine Schutzfristenverkürzung (damit Autoren endlich auch mal was Neues schaffen und man sich ihr Werk sofort nach ihrem Tod schnappen kann! Scheinbar sind Autoren nicht biologisch abbaubar, sonst würden die Grünen besser mit ihnen umgehen und sie nicht enteignen!). Nur Agnes Krumwiede als besonders musikalische Abgeordnete der Grünen traut sich, Youtube (also Google) zu kritisieren und für die Gema Stellung zu beziehen. Was sagt man dazu? Anti-Horror? Für ihre Partei ist es aber allemal Horror. Sie mag als einzige verstanden haben, wozu die Gema gut ist, aber sie hat nicht verstanden, wie politisch wertvoll und cool die Gema ist, wenn man sie basht. Und mit Google sollte man es sich als moderner Politiker bloß nicht nicht verscherzen. Musikautoren über die Klinge springen zu lassen, ist weitaus vernünftiger. Was soll schon passieren? Musik bekommt man aus aller Welt, im Zweifelsfall umsonst. Aber Wähler bekommt man nicht aus aller Welt und ebenso wenig umsonst. Und Zuwendungen von Google bekommt man halt nicht, wenn man sich für den Schutz von Autoren-Rechten ausspricht. Da muss man schon auch Opfer bringen und sollte gut auf den großen Einflüsterer hören.

Also, liebe Piratenpolitiker aller Parteien: Schlagt auf die Gema ein! Immer drauf! Jede Stimme zählt! Horror!

AK

Nachtrag am 09.10.2012: Angie, du bist die Beste! Zwar brauchst du ein bisschen länger als deine aalglatten Vorreiter, aber jetzt hast du’s ja auch kapiert: „Man kann ja fast kein Fest mehr feiern, weil man sich dumm und dämlich bezahlt.“ (Angela Merkel) Horror! Mehr haben dir deine Berater nicht gesteckt? Oder hast du in deinem Leben einfach verdammt viele Feste gefeiert und führst uns das Resultat der Gema-Zahlungen in Person vor?

SEHR GEEHRTE JULIA SCHRAMM

29.08.2012

Sehr geehrte Julia Schramm,

ich wollte Ihnen auf Ihrer Homepage eine Nachricht hinterlassen, aber Ihr Administrator mag mich nicht. Daher hoffe ich, dass die Schwarmintelligenz meine Nachricht zu Ihnen spült. Ich habe auch nur eine ganz kleine Bitte: Könnten Sie einen Link nennen, wo man Ihr Buch „Klick mich“ kostenlos herunterladen kann? Ich muss ja irgendwie entscheiden können, ob ich es kaufen soll. Das verstehen Sie sicherlich. Selbstverständlich zahle ich freiwillig irgendwann mal eine absolut angemessene Entschädigung an Sie, falls mir das Buch nachhaltig etwas wert ist. Das Geld werde ich Ihnen direkt zukommen lassen, denn ich bevorzuge den direkten Draht vom Verbraucher zum Urheber. So unterstütze ich zu 100 Prozent Sie und kann sicher sein, dass sich nicht die KNAUSerige Content Mafia alles einsackt. Dazu bräuchte ich Ihre Kontonummer. Für eine Internet-Exhibitionistin ist es ja kein Problem, die hier zu hinterlassen. Sie haben ja schon alles erstmalig erlebt… Wenn ich das Buch gelesen habe, werde ich übrigens die digitale Kopie weiterverkaufen. Das entschädigt Sie für den Aufwand, den ich Ihnen hier aufbürde: Was Sie für mich tun, tue ich für meinen Nächsten! Vielleicht sogar mehrfach! Wenn Sie nichts dagegen haben, stelle ich Ihr Buch auch in eine Tauschbörse, um Ihren Absatz so richtig anzukurbeln. Sollten Sie etwas dagegen haben, mache ich das dennoch, denn ich meine es wirklich gut mit Ihnen. Vielen Dank vorab für Ihre Kooperation!

Ekelektische Grüße,

Ihr AK

17.09.2012:

Sehr geehrte Julia Schramm,

da ich nichts von Ihnen gehört habe, gehe ich davon aus, dass Sie sich aus dem Netz zurückgezogen haben. Vielleicht hat der Buch-Vorschuss von 100.000 Euro ja gereicht, und Sie konnten sich in die Realität absetzen. Schade nur, dass Sie der Netzgemeinde immer noch keinen Link zum kostenlosen Download nennen. Da Kritiker im Moment nicht viel Gutes zu Ihrem (?) Werk (?) verlauten lassen (man liest da was von „Faselmorast„), wäre es doch auch in Ihrem Interesse, wenn eifrige Prosumenten Ihr Buch durch zwei bis drei eigene Sätze verbessern und unter eigenem Namen veröffentlichen könnten, damit es eine neue Chance bekommt. Sie betrachten das Buch ja auch nicht als Ihr geistiges Eigentum, was ich sehr löblich finde. Sie sind ein Filter für das, was in der Welt ist und allen gehört. Awsome! Also noch mal meine Bitte: Geben Sie sich einen Ruck!

Ekelektische Grüße,

Ihr AK

18.09.2012:

Sehr geehrte Julia Schramm,

es bestürzt mich, dass nun Dropbox eine dreckige, miese Schmutzkampagne gegen Sie startet. Wenn man Ihr Buch downloaden will, heißt es, das Buch sei in Ihrem Auftrag gelöscht worden. Ich bin sicher, dass in diesen harten Zeiten die gesamte Netzgemeinde hinter Ihnen steht. Wir alle wissen, wie sehr Sie sich für die Verfügbarkeit von Informationen als existenzielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft einsetzen. Was Dropbox da macht, ist zynisch und ekelhaft. Und die Presse setzt sich schamlos drauf. Man unterstellt Ihnen, Sie würden den armen Bürgerinnen und Bürgern ins Gesicht pinkeln und sagen „klickt euch alle selbst“. So sind Sie nicht! Sie können diesem Treiben ein Ende setzen, wenn Sie endlich Ihren eigenen Link anbieten.

Mit ekelektischem Beileid

Ihr AK

Stunden später:

Sehr geehrte Julia Schramm,

dass es so schlimm um Sie steht, konnte niemand ahnen. Sie werden offenbar von der Content Mafia festgehalten und bedroht, um uns glauben zu lassen, es ginge Ihnen gut. „Jetzt krakeelt wieder der Mob“ sagen Sie. Und das Verhalten Ihres Verlags nennen Sie vorbildlich. Das kann ja nur eine Art Stockholm-Syndrom sein und spricht Bände über das, was man Ihnen antut. Folter, Gehirnwäsche und Netzentzug. „Der Mob“, dessen Geschrei Sie doch so feinfühlig erhört haben mit Ihrer Forderung nach Legalisierung nichtkommerziellen Kopierens und Zugänglichmachens – der würde Sie doch nicht verraten. Aber vielen Dank für die versteckte Botschaft. Alles wird gut. Hören Sie sich dieses Mashup an, sobald das offene WLAN steht, bis Anonymous Sie gefunden und in den Teich der Netzgemeinde zurück gerettet hat. Es kann sich nur um Jahre handeln.

Ekelektisch,

Ihr AK

PS: Und falls Sie sich allein fühlen – Sie sind es nicht! Und Sie können auch nichts dafür, wenn Ihre Partei Sie jetzt basht!

Feyd Braybrook's Blog

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Notizen

The Trichordist

Artists For An Ethical and Sustainable Internet #StopArtistExploitation

campaignwatchers.de

Kommunikationswissenschaftler beobachten Wahl- und Werbekampagnen

A Composers Diary

Der Schrei nach Musik, dem richtigen Song und Gerechtigkeit

Widerhall

Über Medienarbeit und die Messung ihres Echos

der gespaltene westen

Nachdenken über Lebensaspekte in der postmodernen Welt

Ein Poesiealbum

Ideen/Gedanken/Sinvolles/Sinnfreies

11k2

11.200 m/s: Zweite kosmische Geschwindigkeit. Genügt, um die Erde zu verlassen.

Karl Eduards Kanal

Wer die Vergangenheit vergisst, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

Zentrale für subKulturelle Angelegenheiten

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Gerswind

Am Ende steht der Sieg!

Worte, situationsbedingt

Marc Oliver Dreher